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Alles rund um die Caipirinha
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Caipi-Mike Administrator

Anmeldungsdatum: 27.10.2005 Beiträge: 307 Wohnort: Hohen-Sülzen (Worms)
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Verfasst am: Sa 05 Jan, 2008 14:46 Titel: Alles Bio, oder was ? |
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Wie inzwischen jeder gemerkt haben sollte, ist mit "Bio" nicht der berühmte Alfred aus dem Fernsehen gemeint, sondern ein stark im wachsen befindlicher Markt von "sauberen" Lebensmitteln und seit geraumer Zeit auch von "sauberen" Cachaça aus biologischem Anbau.
Wie die Gäste meiner Caipitests und insbesondere des letzten in Köln hoffentlich mitbekommen haben, habe ich dort schon 6 (!) "Bio-Cachaças" zum Testen angeboten.
Dieses Forum soll helfen, etwas über "Bio-Cachaças" zu verstehen und darüber zu diskutieren.
Einträge von Produzenten, Lieferanten und Endverbrauchern willkommen !
Mike |
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Phil
Anmeldungsdatum: 21.01.2008 Beiträge: 6 Wohnort: Grevenbroich
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Verfasst am: Di 22 Jan, 2008 12:20 Titel: |
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Jeder Cachaça wird doch aus "Pfanzen" gewonnen oder nicht?
Der Ausgangsstoff ist doch Rohrzucker oder irre ich mich? _________________ Wie immer sind Rechtschreibfehler Teil meines Humors und dürfen bei eBay versteigert werden |
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Caipi-Mike Administrator

Anmeldungsdatum: 27.10.2005 Beiträge: 307 Wohnort: Hohen-Sülzen (Worms)
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Verfasst am: Di 22 Jan, 2008 12:59 Titel: |
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Hmm, lieber Phil,
teilweise hast du recht, teilweise nicht,
Recht hast du, wenn man das Zuckerrohr als Pflanze ansieht.
Der Ausgangsstoff ist ausschließlich das frische Zuckerrohr
(siehe meine beiden Berichte aus Brasilien 06 ("Fazenda Vaccaro") und 07 ("Fazenda Baron"), jeweils gegen Ende der Tour,
Es wird direkt ausgepresst
und der Saft wird gereinigt,
mit Hefepilzen versetzt
und wird dann "gebrannt", das heißt hoch erhitzt, dadurch dampfförmig und tropft als Cachaça durch Kühlungsrohre wieder ab (Destillation).
Danach wird er gelagert entweder mind. 6 Monate in Alu- oder Kupferkesseln ("weißer" Cachaça)
oder mindestens 2 Jahre in Holzfässern ("goldener" Cachaça).
Das Wort "Bio" hat mit den "Hilfsmitteln" wie Dünger, Boden, Hefe und anderen "Zutaten" zu tun, die stets etwas im Verborgenen ablaufen, bei "biologischer Herstellung" jedoch fortlaufend auf "Chemiefreiheit" überprüft werden.
Genaueres kannst du bei Wikipedia nachlesen.
Mike |
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vaccaro
Anmeldungsdatum: 07.06.2006 Beiträge: 5 Wohnort: Bahia/Bayern
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Verfasst am: Di 29 Jan, 2008 00:55 Titel: |
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Um die Verwirrung um das Thema vielleicht zu verkleinern nun mal ein Eintrag von mir als Importeur und Produzent von Bio-Cachaça.
Unser Cachaça wird in Brasilien nach den Richtlinien des IBD produziert. Diese Richtlinien sind auch in der Europäischen Union anerkannt und sogar strenger als von der EU gefordert. Für uns heisst das, dass wir beim Anbau unseres Zuckerrohres z.B. keine leichtlöslichen Mineraldünger und auch keine synthetisch hergestellten Pestizide verwenden dürfen. Unser gesamter Betrieb muss ausserdem biologisch, also nach diesen Richtlinien bewirtschaftet werden, also nicht nur das Zuckerrohr. Auch müssen wir für die Zertifizierung die gesetzlichen Naturschutzbestimmungen (Uferrandstreifen, keine Bewirtschaftung der Hänge, etc.) einhalten. Der Zetifizierer beachtet das wohl stärker als die Umweltbehörde.
Bei der Produktion des Cachaças dürfen wir dann ebenfalls keine chemischen Hilfsmittel verwenden oder unseren Cachaça mit anderen Stoffen versetzen. Wer aufmerksam die Zutatenliste der Industriecachaças liest, wird feststellen, dass hier immer noch Zucker zugegeben wird. Z.T werden auch noch Aromen zugegeben. Bei den Artesanalcachaças ist immer nur das Zuckerrohrdestilat drin.
Damit wäre also unser Cachaça mittlerwile Bio in Brasilien.
Damit er auch unter Bio, Organic, Biologique, Ökologisch etc. in der Europäischen Union verkauft werden darf, muss auch der EU-Importeur von einem anerkannten Bio-Zertifizierer überprüft werden. Ist er das, dann beantragt er z.B als Importeur in Deutschland eine Vermarktungsgenehmigung bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Wenn er die dann hat, kann er das Bio-Produkt importieren und mit der Bezeichnung Bio vermarkten. Wenn also Bio draufsteht, dann muss zumindest auf dem Rückenetikett auch die Kontrollstelle des Importeurs stehen. Bei unserem "Serra das Almas" ist das DE 003-Ökokontrollstelle, bei den von Pithoi vertriebenen Cachaças glaube ich DE 001. Steht keine Kontrollstelle drauf, dann hat wohl der Importeur die Anweisungen seines Bio-Zertifizierers nicht verstanden oder ist womöglich gar nicht zertifiziert.
Bio kostet leider etwas mehr schon in der Produktion. Zertifizierung beiderseits des Atlantik und Importgenehmigung kosten uns auch nicht wenig. Da wir im Gegensatz zu den bekannten Industriecachaças keine grossen Volumina umsetzen, kann unser Produkt natürlich bei weitem nicht im Preis konkurrieren. Trotzdem bemühen wir uns unseren Cachaça zu einem bezahlbaren Preis in Deutschland anzubieten.
Gerne beantworte ich weitere Fragen und diskutiere zu dem Thema im Forum. |
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Phil
Anmeldungsdatum: 21.01.2008 Beiträge: 6 Wohnort: Grevenbroich
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Verfasst am: Mi 06 Feb, 2008 10:00 Titel: |
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Vielen dank für die ausführlichen Antworten. _________________ Wie immer sind Rechtschreibfehler Teil meines Humors und dürfen bei eBay versteigert werden |
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pithoi Gast
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Verfasst am: Mi 27 Feb, 2008 00:25 Titel: warum Bio? |
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Dem sehr schönen und direkt vom Produzenten bebilderten Text vom Herbert kann man nichts hinzufügen. Aber ich möchte noch einmal deutlich machen, was man von Bio bei Spirituosen hat. Dabei hat sich bei der Diskussion mit anderen Produzenten aus der ganzen Welt (Whiskey aus Schottland, Tequila aus Mexico etc.) eines herausgestellt:
- durch den organischen Anbau scheinen die Rohstoffe eine bessere Struktur und mehr Mineralien zu bekommen. Dies ist wichtig für die Gesundheit der Hefen, die anscheinend dadurch ein wesentlich saubereres Gärergebnis liefern. Dies sei jetzt nicht als wissenschaftliche Wahrheit dargestellt. Aber Tatsache ist, das z.B. die Colonia Nova mit nur einem Destillationsschritt ein weitgehend fuselfreies Ergebnis hinbekommt.
- die Bio-Schnapsbrenner arbeiten sorgfältig und gehen behutsam mit dem ganzen Vorgang hin - schon weil das Ergebnis wertvoller ist. Dies hat sicherlich immer auch eine Auswirkung auf das Resultat
Und schließlich:
- Das Gewissen trinkt mit! Wir möchten schließlich auch unseren Enkeln noch den brasilianischen Regenwald in natura zeigen können... |
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